Unsere Geschichte
Von Santa Cruz zur Tranquility Base: Der Höhenflug des leichten Headsets
Am Anfang war Plantronics nur eine Idee, erdacht von zwei Männern, die etwas ändern wollten.
Was als Diskussion zwischen zwei Piloten begann, endete Jahre später auf dem Mond. Durch diese Idee konnten daher die Worte übertragen werden, die die größte Errungenschaft der Menschheit symbolisieren. Die Idee: ein leichtes Headset. Die Worte stammten von Neil Armstrong, als er erstmals den Mond betrat.
Was der Idee von Keith Larkin und Courtney Graham, den Gründern von Plantronics, den Weg von Santa Cruz, Kalifornien, zum Meer der Ruhe wies, bereitete den Weg für über 40 Jahre Innovation. 1961 sah Larkin eine neuartige Radiobrille, die sein Interesse weckte. Zur gleichen Zeit suchte United Airlines einen Ersatz für die Handmikrofone, die bislang von den Piloten der neuen DC-8-Düsenflugzeuge verwendet wurden. Larkin machte sich ans Werk und begann, erste Entwürfe für ein leichtes Headset zu erstellen, für das er später ein US-Patent erhielt.
Noch vor Abschluss der Arbeiten an diesem neuen Headset gründeten die beiden Tüftler am 18. Mai 1961 das Unternehmen Plantronics, Inc., dessen Aufgabe die Konstruktion, Entwicklung und Herstellung spezialisierter Flugzeugelektronik sein sollte. Ihr erstes Headset, das MS50, wurde von United Airlines übernommen und avancierte zum Standard für leichte Kommunikationsgeräte in der Flugzeugindustrie.
Ganz neue Möglichkeiten
Noch bevor das erste Plantronics-Headset auf den Markt kam, sorgte ein Unfall, der sich 1962 beim noch neuen NASA-Raumfahrtprogramm ereignete, für schier ungeahnte Möglichkeiten. Als bei der zweiten bemannten Mercury-Mission der Sprengsatz an der Luke der Kapsel vorzeitig explodierte, konnte sich Astronaut "Gus" Grissom gerade noch retten, ehe die Kapsel mitsamt dem Kommunikationssystem knapp 5.000 Meter tief im Meer versank.
Es wurde allen klar, dass die Astronauten ein leichtes Notkommunikationssystem bei sich tragen mussten. Also kontaktierte die NASA die ITT Labs. Das zu diesem neuen System gehörende MS50-Headset fiel dem Astronauten Walter "Wally" Schirra ins Auge, der für die nächste Mercury-Mission vorgesehen war. Schirra wandte sich mit einer Bitte an Plantronics: Könnte dieses MS50-Headset nicht auch in seinem Helm untergebracht werden? Und zwar nicht nur als die ursprünglich geplante Notfalllösung. Der Rest ist Geschichte.
Am 3. Oktober 1962 trug Schirra bei seiner sechsfachen Erdumrundung das erste Plantronics-Headset im Weltall. Bei Plantronics wurde unterdessen ein neuer Bereich für die Herstellung von Headsets speziell für die Raumfahrt gegründet: SPENCOM: SPace ENvironmental COMmunications. Kurz danach wurde Plantronics einer der wenigen unabhängigen Hersteller, die namentlich als NASA-Zulieferer erwähnt wurden.
So gelang es dem Unternehmen, von seinen bescheidenen Anfängen zu einem der führenden Headset-Hersteller und -Anbieter von Kommunikationssystemen für NASA-Weltraumflüge aufzusteigen. Es war der Beginn des Zeitalters der leichten Headsets – und ein Vorbote vieler zukünftiger Innovationen.
Zweiter Erfolg
Doch Plantronics durfte sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Das Unternehmen musste neue Märkte erschließen. Auch wenn es Plantronics mit Stolz erfüllte, dass die eigenen Produkte eine derart wichtige Rolle beim Wettlauf zum Mond spielten: Es gab nicht genug Piloten und Astronauten, um das Unternehmen damit profitabel zu halten.
1964 ergaben sich jedoch neue Möglichkeiten – Möglichkeiten, die das Unternehmen in vielerlei Hinsicht weiter als zum Mond bringen sollten. Je mehr sich das MS50 beim Flugzeugbau durchsetzte, desto stärker fiel es auch anderen Interessenten auf. Als die US-Luftfahrtbehörde (FAA) in einer Ausschreibung nach leichten Headsets mit verbesserter Tonqualität für Mitarbeiter der Flugsicherung suchte, konnte sich Plantronics gegen seine Mitbewerber durchsetzen und wurde zum Alleinzulieferer von Headsets für die gesamte FAA-Flugsicherung – ein Vorrecht, das Plantronics bis heute genießt.
Wenige Monate später gelang Plantronics ein entscheidender Erfolg, der das Überleben des Unternehmens dauerhaft sichern sollte. Es wechselte von missions- zu geschäftsentscheidend, als Pacific Bell und später Western Electric landesweit alle firmeninternen Telefonisten mit den neuen leichten Headsets von Plantronics ausstattete.
Der Beliebtheitsgrad dieser Headsets in der Geschäftswelt wuchs stetig. Gleichzeitig arbeitete Plantronics weiter an der Entwicklung noch robusterer Systeme, um den immer höher gesteckten Zielen des US-Raumfahrtsprogramms gerecht zu werden. Die Astronauten aller 10 bemannten Gemini-Missionen vertrauten bei ihren bahnbrechenden Flügen auf Headsets von Plantronics. Außerdem entwickelte Plantronics zahlreiche Headset-Typen für nachfolgende Missionen.
Doch die größte Auszeichnung für Headsets von Plantronics stand noch aus.
Klare Signale vom Mond
Diese anfänglichen Ausflüge in den Weltraum boten natürlich nur einen Vorgeschmack auf das Hauptziel der NASA: einen Flug zum Mond. Nachdem die Apollo-Missionen 8 und 10 erfolgreich die Mondumlaufbahn erreicht hatten, war die NASA bereit für den Moment, der ein Jahrhundert definieren sollte.
20. Juli 1969. Familien versammelten sich vor ihren Fernsehgeräten, um mitzuverfolgen, wie Neil Armstrong die Mondlandefähre "Eagle 1" verließ und die berühmten Worte durch sein Plantronics-Headset sprach – Worte, die sich für immer in das kollektive Bewusstsein der Menschheit einprägten: "Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Schritt für die Menschheit."
Auch bei einem anderen dramatischen Kapitel in der Geschichte der NASA, das sich wenige Jahre später zutrug, spielten Plantronics-Headsets eine entscheidende Rolle. Während der Mission der Apollo 13 sollten die Plantronics-Headsets folgenden wichtigen Satz übertragen: "Houston, wir haben ein Problem." Jahre später waren diese Worte noch einmal über Plantronics-Headsets zu hören, und zwar in Ron Howards Filmversion "Apollo 13".
Weit reichende Möglichkeiten
Auch heute noch wird die Idee, die damals zum Mond reiste, beflügelt von Plantronics unermüdlichem Streben nach Innovation. Dies ist es, was aus dieser Idee Realität werden ließ und was den Grundstein für alles andere legte. Von missionsentscheidend zu geschäftsentscheidend zu verbraucherattraktiv: Qualität und Erfahrung der vergangenen 40 Jahre haben den Weg für zukünftige Neuerungen bereitet.
Heutzutage sieht sich Plantronics am Beginn eines neuen Zeitalters schnurloser Freiheit – einem Zeitalter, in dem nur der Wille, Erwartungen zu übertreffen, und die Fähigkeit, bisher nie Versuchtes zu erreichen, Grenzen setzen. Grenzen, die Plantronics immer wieder überschritten hat.












